"Pfingstfeuer" - Eröffnung im Rahmen der Pfingstnacht

"Pfingstfeuer" 2022
Bildrechte: Beate Baberske

Ausstellung vom 4. - 19. Juni 2022
Vernissage am 4. Juni 2022 um 20 Uhr in der Stadtkirche im Rahmen der Pfingstnacht.

Die Installation „Pfingstfeuer“  will die oft unsichtbare Wirkkraft des Heiligen Geistes im Raum sichtbar machen und damit die Botschaft des Pfingstfestes unterstreichen.

Unverfügbarkeit und Wandelbarkeit sind Eigenschaften, die Feuer mit dem Heiligen Geist verbindet. Beide entziehen sich der Einflussnahme, sie sind da und plötzlich weg, tauchen an anderer Stelle auf und können genauso schnell wieder verschwinden.

Transparenter Stoff kann im Gegenlicht unsichtbar werden, bei der Überlagerung zweier Stoffe Muster bilden, die sich ständig verändern und an Flammen erinnern. Der sogenannte „Moireé“ wird in Verbindung mit der Farbe Rot somit zum Feuer.

Ich mache mir bei meinen Installationen zunutze, dass Textil ist sehr leicht und wandelbar ist. Zusammengefaltet passen die Stoffe in eine Schuhschachtel. In der Kirche greift man daher schon seit Jahrhunderten auf Stoff zurück, wenn sich ein Raum verändern soll, das Zittauer Fastentuch zum Beispiel füllt die Kirche raumhoch aus.

Warum nicht das Pfingstwunder mit Stoff sichtbar machen?

Seit 2008 fallen in der Lorenzkirche in Nürnberg rote, transparente Stoffe zu Pfingsten und besonderen Anlässen aus dem „Heilig-Geist-Loch“.

Für die Stadtkirche sollen viele schmale Bänder in Dunkelrot, Rot, Orange und warmen Gelb die Orte, an denen der „Geist“ ausgesprochen oder bereits visualisiert wird, markieren: Es wird unterschiedlich lange Bahnen über dem Hauptaltar, der Kanzel und dem Lesepult geben.

Drei Bahnen „haken“ sich in die Orte „ein“: Ein Band im „Heilig-Geist-Fenster“,  das zweite Band in der Kanzel und ein Band vom „Heilig-Geist-Loch“ in den Haupt-Altar. Damit wird indirekt auf die Trinität verwiesen, die durch Pfingsten selbst hergestellt wird.

Die Bänder verbinden somit Himmel und Erde, die unterschiedlichen Längen der unteren Kanten und das einheitliche Ende an der oberen Kante einer auf den Brüstungen der beiden Fenster
aufliegenden Stange unterstreichen die Dynamik einer Bewegung von oben nach unten.

Ich hoffe, dass sich die leichten Stoffe im Raum leicht bewegen, damit das Feuer lebendig wird. Kommen Sie in der Pfingstnacht doch vorbei und schauen Sie selbst, was das textile „Pfingstfeuer“ mit Ihnen und dem Raum macht.